Besteck

Die Basics – was brauchen wir am Tisch?

Die Auswahl ist überwältigend! Besteck mit verzierten Griffen, Besteck für Kinder, Besteck aus robusten Edelstahl, Besteck für Design-Verliebte, günstiges Besteck – fast scheint es, als gäbe es für jeden Anlass, jede Vorliebe und jeden Style das passende Besteck. Für viele ist „das Besteck“ ein Inbegriff von Tischmanieren, Essenskultur und Stil. Wir stellen uns den wichtigsten Fragen rum um Löffel, Gabel und Konsorten und fassen zusammen:
  • Was muss in jeder Geschirr- oder Besteckschublade „wohnen?“
  • Welche Materialien gibt es eigentlich?
  • Warum sollten Kinder mit einem Besteck speziell für Kinder essen?
  • Wie pflege ich mein Besteck am schonendsten?
Besteck

Die Basics – Messer, Gabel, Löffel 

Kurz und bündig – das klassische Besteck oder Besteckset besteht aus Messer, Gabel und dem passenden Löffel. Diese drei Besteckteile bilden seit Generationen das „Instrumentarium einer gedeckten Tafel“. Auch wenn es für jeden Anlass, ein jedes Gericht und stellenweise sogar für gewisse Zubereitungsarten ein „Spezialbesteck“ gibt – es bleibt Messer, Gabel oder Löffel. 
 

Das Messer – eine scharfe Sache 

Ohne Messer kein Mensch! Überspitzt könnten wir es genau so formulieren. In historischen Urzeiten als einfache Steinklinge konzipiert, kennen wir heutzutage rund 2.000 verschiedene Klingenformen. Auch im Bereich der Fertigungsmaterialien hat sich einiges getan. Aus Stein wurde Metall, aus Metall inzwischen auch Keramik oder andere Verbundstoffe. Das Messer hat sich entwickelt. Aus einer Form und Anwendung „geschahen“ unterschiedlichste Spezialmesser, die in der Küche und am Esstisch zum Einsatz kommen. Meist unterscheiden sich die Messer durch spezielle Schnittflächen. Ein Brotmesser, zeichnet sich durch den Wellenschnitt, perfekt für die harte Brotkruste aus, während ein Steakmesser perfekt geeignet ist, die gebratenen Fleischfasern zu durchtrennen. 


Weitere Messerarten am Tisch

  • Tranchiermesser 
  • Dessertmesser 
  • Tortenmesser 
  • Obstmesser 
  • Buttermesser 

Der Löffel – die schöpfende Hand 

Die Form des Löffels ist inspiriert durch unsere Hände. Beim Wasserschöpfen an einem Brunnen oder beim Trinken aus einem Bach formen unsere Hände die Urform eines Löffels! Idee einzigartig – Design praxistauglich! 
Ursprünglich wurden historische Löffel aus Holz gefertigt. Diese Exemplare waren aus einem Stück geschnitzt und rustikal gestaltet. Die ersten Löffel aus Metall wurden aus einem Stück Eisen geschmiedet und in mühevoller Kleinstarbeit weitergeformt und verziert. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Herstellung eines Löffels massentauglich. Die Fließbandproduktion macht aus dem Löffel einen absoluten Alltagsgegenstand. 
Interessant zu wissen: die Höhlung des Löffels wird Laffe genannt. 

Für jede Speise, Zubereitung und für jeden Gang gibt es den perfekten Löffel! Sie glauben uns nicht – hier ein Auszug an den gängigsten Tischlöffeln 
Besteck

Weitere Löffelarten am Tisch

  • Dessertlöffel (Kompottlöffel, kleiner Esslöffel)
  • Joghurtlöffel (mit einem langen Stiel)
  • Espressolöffel (etwas zierlicher als der Kaffeelöffel)
  • Gemüselöffel (Vorlegebesteck)
  • Grapefruitlöffel (mit kleinen Sägezähnen)
  • Honiglöffel (gedrechselt, ohne die typische Mulde)
  • Kaffeelöffel (größerer Teelöffel)
  • Kaviarlöffel (vergoldet oder aus Horn)
  • Kiwilöffel (kurz, scharfe Zacken an einer Seite der Laffe)
  • Sahnelöffel (mit runderer Laffe als der Esslöffel)
  • Salatlöffel (aus dem zweiteiligen Salatbesteck)
  • Saucenlöffel (besonders tiefe Tropfenform, zum Vorlegen von Saucen)Suppenlöffel (großer Esslöffel)
  • Zuckerlöffel (schaufelförmig, mit flacher Vorderkante)


Die Gabel – Werkzeug des Teufels? 

Die Gabel galt lange Zeit als Werkzeug des Teufels – das Design der Forke war dem christlichen Mittelalter einfach zu viel des Bösen. Ein Facelifting gab es Mitte des 17. Jahrhunderts in französischen Gefilden. Seit dieser „Produktaktualisierung“ hat sich grundsätzlich wenig getan. Vier Zinken, ein Stiel und ein nahezu perfektes Handling – fertig ist ein Besteck-Klassiker.  Ähnlich wie bei Messer und Löffel wurden die Fertigungstechniken enorm verbessert und neue Materialien für Gabel, Messer und Co. entdeckt. Die Form und Funktion ist über all die Jahre jedoch gleichgeblieben. Spezialgabeln unterscheiden sich meist durch Stiellänge oder die Anzahl der Zinken. Die Auswahl an Spezialisten ist bei Gabeln relativ überschaubar.   


Weitere Gabelarten am Tisch 

  • Tafelgabel (größte Essgabel)
  • Menügabel (Gabel mit Zwischengröße)
  • Dessertgabel (kleinere Essgabel, manchmal auch mit drei Zinken)
  • Konfektgabel (viel kleiner als Dessertgabel, oft nur drei Zinken)
  • Fischgabel (breiter Vorderteil, vier Zinken)
Silber Besteck

Welches Material fürs Besteck? 

Besteck wurde und wird aus den unterschiedlichsten Materialien gefertigt: Holz, Perlmutt, Knochen, Messing oder Aluminium, selbstverständlich Edelmetalle (Silber/Gold) und zu heutiger Zeit Edelstahl und Kunststoff. 
Derzeit sind drei Materialien am häufigsten: Silber, Edelstahl, Verbundstoffe (Kunststoff) 
 

Besteck aus Silber 

Das Besteck  aus Silber ist ein Klassiker. Das Metall ist robust, säureresistent, die Oberfläche ist antibakteriell und langlebig. Das Material kann in Verbindung mit schwefelhaltigen Lebensmitteln dunkel einfärben und bei zu wenig pflege „stumpf“ werden bzw. „anlaufen“. Silberbesteck ist über die Jahre ein Zeichen für Geschmack, Wohlstand und eine klassische Tischkultur geworden. 
Reines Silberbesteck ist relativ teuer in der Anschaffung und aufwändig in der Pflege. Bei den meisten hochwertigen Silberbestecken wird das Material mit Kupfer angereichert, um die notwendige Robustheit und Härte zu erhalten. Aus dieser Silber-Kupfer-Legierung lässt sich hervorragendes jedoch auch pflegeintensives Besteck fertigen. (Der Kupferanteil macht das Silber angreifbarer für Schwefel. Wird es länger nicht benutzt oder falsch gelagert, greifen Schwefelwasserstoff und andere Schwefelverbindungen das Metall an, wodurch es oxidiert, sich verfärbt und glanzlos wird. Je öfter wir ein „hartes“ Silberbesteck verwenden, umso glänzender wird es! Die regelmäßige Verwendung und sinnvolle Pflege machen aus einem alten Silberbesteck einen echten Schatz für den Esstisch!
Edelstahl Besteck

Besteck aus Edelstahl

Edelstahlbesteck ist perfekt für den Alltag geeignet. Eine hohe Haltbarkeit, hochwertige Verarbeitungstechnik und ausgefallene Designs erzeugen haltbare und ansehnliche Schmuckstücke. Das Material ist rostfrei, pflegeleicht und deutlich preisgünstiger als Silber. Somit ist es nicht verwunderlich, dass auch an der Festtafel das klassische Tafelsilber durch Edelstahlbesteck verdrängt wird. Praktisch ist Edelstahl als Besteckmaterial allemal –Edelstahl ist säure- und schwefelresistent, rostfrei und spülmaschinengeeignet. Wissenswertes zum Material: Die Bezeichnung 18/10 auf Bestecken aus Edelstahl beschreibt den Legierungsanteil an Chrom (18 Prozent) und Nickel (10 Prozent).
 

Besteck aus Melamin/Bakelit/Acryl  

Nein, hier geht es nicht um das Plastikgeschirr aus der Currywurstbude. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurde mit Bakelit ein robuster aber auch teurer Kunststoff in der Fertigung von Bestecken zum Einsatz gebracht. 
Allen Kunststoffen gemein – der Materialvorteil: robust, resistent gegen Säure und Schwefel, leicht und pflegeleicht. 
Hochwertiges Kunststoffgeschirr wird vor allem im Outdoor-Bereich, oder in Form spezieller Kinderbestecke verwendet. Besteck aus „Kunststoff“ sind fast unzerstörbar und gleichzeitig angenehm leicht und somit transportabel. 
 

Ein Besteck für die Jüngsten – das Kinderbesteck 

Es ist alles eine Frage der Größe und des Gewichts. Unsere jüngsten Gäste am Tisch haben es nicht gerade einfach. Ein „normales“ Besteck ist für sie unpassend: es ist zu groß, es ist zu schwer und es ist einfach zu scharf. Kindgerechtes Besteck soll es unseren Kindern einfach machen, den Umgang mit Messer, Gabel und Löffel zu erlernen. Dank abgerundeter Formen, spezieller Materialien
Kinderbesteck

Das Besteck richtig pflegen – unsere Tipps 


Abspülen: Von der Tafel direkt in die Spüle. Selbst robustes Edelstahlbesteck sollte man bevor es in die Spülmaschine geht vorspülen. Der Lohn für diese Mühe: das Edelstahlbesteck kommt nicht nur sauber aus der Spülmaschine, durch das Vorspülen bleibt die Oberfläche des Edelstahls robust und widerstandsfähig. (Etwaige Salz- oder Säurereste bleiben nicht auf der Oberfläche des Materials). 

Abtrocknen: „Wer sein Besteck liebt, der trocknet es!“ Sobald Messer, Gabel und Konsorten aus der Spülmaschine kommen, diese sofort abtrocknen und polieren. Somit können sich keine Wasserflecke auf der Oberfläche bilden. Auch das Restrisiko des „Anrostens“, welches selbst bei Edelstahl gegeben ist, wird durch diese Politur minimiert. 
 
Besteck pflegen
Lagerung: Das Festtagsbesteck aus Silber dringend „sortenrein“ lagern! Treffen unterschiedliche Metalle aufeinander, so kann es zu unerwünschten Materialreaktionen kommen: Das Silber läuft an, oxidiert oder verfärbt sich. Unser gutes Tafelsilber in Stoff eingeschlagen in einem schönen Etui lagern und alles bleibt wunderbar! 


Nachpolieren und Nutzung: Grundsätzlich freut sich ein jedes Besteck über eine regelmäßige Pflege. Silber- und Edelstahlbestecke lassen sich mit entsprechenden Metallpflegeprodukten auf sprichwörtlichen Hochglanz polieren! Ein gepflegtes Besteckset erfreut uns bei adäquater Pflege ein Leben lang!